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Bilanz: Tornado in Boisheim

Tornado in Boisheim: Bilanz der Stadt Viersen

Nach dem Tornado, der am Mittwoch, 16. Mai 2018, über den Viersener Ortsteil Boisheim gezogen war, stand der Donnerstag, 17. Mai, im Zeichen der Schadensaufnahme und der Aufräumarbeiten. Neben etwa 50 Privathäusern in Boisheim waren einige städtische Gebäude und der Friedhof Boisheim betroffen. Der Friedhof wird voraussichtlich noch einige Tage gesperrt bleiben. Zur Schadenshöhe kann die Stadt keine Angaben machen.

Am Mittwoch waren etwa 90 Kräfte ehrenamtliche und hauptamtliche Kräfte der Feuerwehr Viersen in Boisheim im Einsatz. Sie kamen von den Löschzügen Boisheim, Süchteln und Dülken sowie von der Hauptwache. Freiwillige Feuerwehrleute des Löschzugs Viersen sorgten in der Wache an der Gerberstraße für die Grundsicherung. Die Städtischen Betriebe waren mit 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterwegs.

Während die Hauptaufgabe der Feuerwehr in der Sicherung und der Beseitigung von Gefahren etwa durch lose Dachziegel oder umgestürzte Bäume lag, sorgten die Städtischen Betriebe für die erforderlichen Absperrungen, räumten und reinigten die Straßen und Nebenanlagen. Darüber hinaus beurteilten sie die Sicherheit der Bäume im betroffenen Bereich. Durch den gemeinsamen Einsatz war es der Stadt gelungen, die wichtige Verbindung Nettetaler Straße noch in der Nacht wieder für den Straßenverkehr freigeben zu können.

In den Siedlungsbereichen insbesondere entlang der Linder Straße und des Friedhofsweges waren am Donnerstag die Aufräum- und Reparaturarbeiten an den Privathäusern bereits im vollen Gange. Die Städtischen Betriebe konzentrierten sich auf die Reinigung von Straßen nicht nur in Boisheim, sondern beispielsweise auch in den Bereichen Bistard und Schirick. Weitere Arbeiten, etwa an der Höhenstraße und im Bereich Schündelenhöfe werden noch bis Freitag dauern.

Schwerpunkt der Aufräumarbeiten von städtischer Seite war der Friedhof Boisheim. Hier sind alle größeren Bäume entweder umgefallen, abgeknickt oder durch Ausbrüche aus der Krone schwer beschädigt. Die Arbeiten werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Der Friedhof bleibt darum bis aus weiteres gesperrt. Neben der Totenhalle wurden die Schule samt Turnhalle und eine ehemalige Werksdienstwohnung der Stadt an der Pastoratstraße durch das Unwetter beschädigt. Der genaue Umfang der Gebäudeschäden wird noch ermittelt.

Die städtischen Kräfte wurden am Mittwoch in Boisheim durch das THW und das Deutsche Rote Kreuz unterstützt. Außerdem war die Polizei im Einsatz. Die Koordination des städtischen Einsatzes hatte ein Stab für außergewöhnliche Einsatzlagen (SAE) übernommen, der unter der Leitung von Bürgermeisterin Sabine Anemüller in der Feuerwache an der Gerberstraße zusammengekommen war.

Die Bürgermeisterin war sowohl am Mittwochabend als auch am Donnerstag in Boisheim und führte zahlreiche Gespräche mit den betroffenen Anwohnern sowie den Hilfskräften. Sie sagte, angesichts des Umfangs der Schäden an den Gebäuden und auf dem Friedhof müsse man dankbar sein, dass es in Boisheim keine Vielzahl von Verletzten oder gar Tote gegeben habe.

Sehr angenehm habe sie den Zusammenhalt der Menschen in Viersens kleinstem Stadtteil empfunden: "Wir hätten als Stadt Übernachtungsplätze für Betroffene anbieten können, falls Häuser unbewohnbar gewesen wären. Diese Fragen hatten die Boisheimerinnen und Boisheimer schon längst untereinander geklärt, bevor der Statiker grünes Licht für alle Wohnungen gab."

Besonders betroffen sei sie von den Schäden auf dem Friedhof, der von dem Tornado offenbar mit voller Wucht getroffen wurde. "Der Boisheimer Friedhof wird sein Gesicht vollkommen verändern", sagte die Bürgermeisterin. Erneut habe ein Sturm gezeigt, wie die Natur in wenigen Augenblicken einen Grünbereich neu gestalten könne.

Wie inzwischen bekannt wurde, gab es doch mindestens eine Verletzte aus Viersen. Eine junge Frau, die auch Mitglied der Jugendfeuerwehr ist, stand als Ersthelferin dem Mann zur Seite, der am Mittwoch durch einen herabfallenden Ast schwer verletzt wurde. Während ihrer Bemühungen um den Verletzten erlitt sie einen Stromschlag und wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Sie hat das Hospital bereits wieder verlassen.

Foto: Stadt Viersen

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