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Politiker vorgestellt: Iris Kater

Seit meiner Geburt bin ich in Viersen tief verwurzelt. Meine Kindheit habe ich mit meinen Eltern im Hamm und bei meinen Großeltern im Rintgen verbracht. Später habe ich in Süchteln und Dülken gelebt. Nach der Geburt meines Sohnes zog es mich wieder zurück in die Nähe meiner Familie in das alte Gesindehaus des Nelsen-Hofes.

Nun bin ich 40 Jahre alt und durfte durch meinen beruflichen Weg viele Orte auf der ganzen Welt kennen lernen – am schönsten jedoch finde ich es in meiner Heimatstadt.

Meine berufliche Karriere habe ich beim Amtsgericht Düsseldorf begonnen und danach einige Jahren u. a. in der Verwaltung des Kreises Viersen gearbeitet. 2001 habe ich mich selbständig gemacht und leite seither als Geschäftsführerin meine eigene Firma, die Iris Kater Verlag & Medien GmbH. Wir sind ein Literaturverlag, dem ein Marketingbereich angegliedert ist. Daneben liegt unser Schwerpunkt im weltweiten Lizenzhandel.

Mir ist es wichtig, dass ich meine Kompetenzen weiterentwickle. Deshalb habe ich vor einigen Jahren ein Studium zur Betriebswirtin nachgeholt. In meinem Unternehmen bilde ich junge Menschen aus und leite ein Team von motivierten Mitarbeitern. Dabei hilft mir ein möglichst breites inhaltliches und methodisches Wissen. Ständiges Lernen ist daher fest in meinem Leben verankert.

Ich bin verheiratet und habe einen 20-jährigen Sohn, wobei wir eine moderne Patchworkfamilie sind und fünf Personen zählen. Zwei wunderbare Söhne (18 und 19) brachte mein Mann Sven mit in unsere gemeinsame Zeit.

Bereits seit vielen Jahren bin ich ehrenamtlich aktiv. Ehrenamtliches Engagement hat in unserer Familie Tradition und nimmt einen hohen Stellenwert ein. 2004 gründete ich gemeinsam mit einem tollen Team den Verein Child’s Horizon e. V. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Lesen, Bildung und Integration im Kreis Viersen zu fördern.

Im Laufe der Jahre folgten verschiedene Projekte der Kulturförderung.

Als Vorsitzende der Viersener Liste im Integrationsrat der Stadt Viersen konnte ich mich in Fragen des interkulturellen Zusammenlebens einarbeiten. Als meine Kinder größer wurden, nutzte ich freie Zeiten, um meine ehrenamtlichen Tätigkeiten zu intensivieren und andere wichtige Bereiche zu unterstützen.

Hierzu gehört die Mitgliedschaft in der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein ebenso wie die Arbeit im KKV (Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung) als Vorsitzende des Diözesanverbandes Aachen sowie als Sprecherin des bundesweiten Frauennetzwerkes KKV-Alpha.

Was reizt Sie an der Aufgabe, Bürgermeisterin von Viersen zu werden und was hat für sie absolute Priorität, wenn Sie es werden?

Ich möchte meinen Mitmenschen ein Mitstreiter sein, Verwaltung und Politik sollen für die Bürger/innen wieder transparent und nachvollziehbar sein. Deswegen wird eine meiner ersten Amtshandlungen die Wiedereinführung einer Bürgersprechstunde sein. Arbeitsmarkt, Verkehrs- und Familieninfrastruktur, Vereinsarbeit und Ehrenamt und vieles mehr stehen direkt hinter dem Haushalt. Es gibt also genug zu tun!

Was genau verbindet Sie mit Viersen?

Mein Leben! Ich bin hier aufgewachsen und habe zwar noch nie woanders gewohnt, aber aufgrund meines Berufes sehr viele Länder bereisen dürfen. Ich liebe diese Stadt und die Menschen die hier leben. Ich sehe, dass Kinder hier noch wesentlich beschützter aufwachsen dürfen als an vielen anderen Orten. Die Vereinsvielfalt bietet nahezu jedem Menschen ein Zuhause und unsere Landschaft ist wunderbar zum Spazieren, Radfahren, Inlinern …

Was macht Viersen für Sie besonders? Welche Potentiale sehen Sie?

Die Menschen die hier leben wollen teilhaben und mitmachen wenn man sie denn lässt und nicht nur davon redet. Daraus kann eine Politik in den Augen der Bürgerinnen und Bürger nur gestärkt hervorgehen. Zudem zeichnet es sich ab, dass wir am „Einfallstor“ nach Europa sitzen. Vor dem Hintergrund des Ausbaus der Häfen in Rotterdam und Antwerpen und mit mehr als 18 Millionen Menschen in einem Umkreis von 100 Kilometern, kann hier viel Gewerbe und Industrie mit vielen Arbeitsplätzen angesiedelt werden.

Welche Vorteile sehen darin, dass Sie parteilos sind?

Es heißt doch Bürgermeister und nicht Parteienmeister! Ich glaube nicht, dass jemand der oder die durch eine Partei aufgestellt und den Wahlkampf finanziert bekommt frei in seinen/ihren Entscheidungen ist. Als parteilose Bürgermeisterin habe ich keine Parteiprogramme oder Fraktionsentscheidungen zwingend zu beachten, kann es aber sehr wohl wenn es sinnvoll ist. So habe ich die Chance gemeinsam mit den Parteien im Rat gemeinsam Dinge für Viersen zu bewegen und es hat sich in anderen Städten bereits gezeigt, dass ein unabhängiger Bürgermeister auch für Parteien von Vorteil ist, denn gute Projekte für die Städte konnten wesentlich schneller und umgesetzt werden.

Überschuldung ist auch bei den Kommunen in aller Munde und sparen ist gefragt. Wo setzen Sie den Rotstift an und was ist unantastbar?

Den Rotstift müssen wir jedes Jahr neu ansetzen, es muss aber trotzdem möglich sein, die Pfeiler und die Zukunftsfähigkeit dieser Stadt im Blick zu halten und nach vorne zu bringen. Das beginnt bei unnützen Gutachten, der Umstrukturierung verschiedener Arbeitsgebiete ohne Personaleinsparungen bis hin zu der verstärkten Einbeziehung von Bürgen und dem Ehrenamt. Unantastbar sind für mich beispielsweise Projekte der Jugendarbeit. Wenn wir den Haushalt dann auch noch transparenter gestalten, Wege und Prozesse verkürzen, in die Leistungsfähigkeit und Kompetenz unserer Verwaltung wieder mehr Vertrauen, finden wir einen Weg aus dem Schuldensumpf heraus.

Wo und wie fühlen Sie sich den Bürgern am Nächsten?

Ich bin seit vielen Jahren ständig in allen Stadtteilen unterwegs und helfe wo ich kann, in den Vereinen und Kindergärten, an den Schulen und viel auch bei den Jugendlichen und Senioren, und dadurch sehr viel im Dialog mit den unterschiedlichsten Gruppierungen. Die Menschen lassen mich an ihrem Leben teilhaben, wie kann ich mich den Menschen näher fühlen?

Was gefällt Ihnen zur Zeit gar nicht und wie werden Sie es ändern?

Mir gefällt es überhaupt nicht, dass die Aufenthaltsqualität für junge Menschen so dürftig ist und wir diesen jungen Menschen wenig Gründe geben ihre Familie und ihren beruflichen Werdegang in Viersen zu verankern. Wir verlieren zu viele junge Menschen an andere Städte. Also werde ich mich mit deren Wünschen intensiv auseinandersetzen und mit allen mir gebotenen Mitteln an der Umsetzbarkeit arbeiten.

(mw)

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