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Foto © Stefan Weimbs

Mit einer Ente ins Abenteuer! Autor Johannes Feldmann im Interview

Wer schaut nicht manches Mal auf sein Leben zurück, denkt über vergangene Erlebnisse nach und schmunzelt in sich hinein auf Grund vieler Vorkommnisse, die man erlebte? Johannes Feldmann, geboren am 8.3.1953 in Duisburg, ein, wie ich ihn nennen möchte, „kreativer Tausendsassa“, hat dies getan.
Nicht nur, das er als Lehrer die Fächer Englisch und Musik unterrichtet, nein - er schrieb bereits schon ein Fachbuch über den Tango („Tango und Jazz“) und arbeitete mit an einem Buch über rumänische Volksmusik. Als würde das alles nicht reichen, spielte er in etlichen Bands Musik von „Folk bis Rock“.

Vor einiger Zeit ließ er seine lebhafte Vergangenheit Revue passieren und entschloss sich, diese spannenden Erfahrungen und Episoden in einem schillernden, witzigen und, ja, auch manchmal erotischen Buch festzuhalten.
In fesselnden, leicht verständlichen Worten beschreibt er in seinem autobiografisch gefärbten Roman seine Reisen zu Festivals mit berühmten Künstlern, lässt seine Leser teilhaben an langen Fahrten quer durch Europa, an spontanen Aktionen wie Baden im Meer im Januar. Und auf nicht wenigen dieser Reisen hat er weibliche Mitfahrerinnen, die ihn begleiten. Ja, auch in der Kastenente!

DIE KASTENENTE (und weitere Episoden) ist ein Buch, welches uns daran erinnert, wie spannend, vielseitig und schön das Leben sein kann. Und es ermahnt (mit einem Augenzwinkern) den Leser auch, nicht immer alles zu ernst zu sehen.

meinViersen.de führte ein Interview mit diesem schillernden und vielseitigen Autor. Johannes Feldmann stand geduldig für unsere Fragen Rede und Antwort!

mV: Wenn man einen Schriftsteller trifft, dann stellt sich mir als erstes die Frage: Wie kamst du dazu, als Autor tätig zu werden? Erzähle uns bitte was darüber!

Johannes Feldmann: Einmal abgesehen von einem wissenschaftlichen Fachbuch, welches ich vor etlichen Jahren geschrieben habe (da ging es um Tango), hatte ich nicht direkt die Absicht, ein Buch zu schreiben. Auslöser der Geschichte waren eigentlich ein paar Bilder, die ich online gestellt habe – Fêtenbilder, Bilder aus dem Haus unserer Wohngemeinschaft mit dem ganzen Trubel, der damals in den 80ern herrschte. Und die Frau von Bödefeld zu der Frage bewegten: „Wie war das damals eigentlich, so in den 80ern? War das wirklich so wild und frei?“

Tja… dann kam mir die Idee, ihr mal ein paar Episoden aus dieser Zeit zu aufzuschreiben. Und wie sollte ich die Geschichten nennen? „Berichte aus meiner WGZeit“ hörte sich so trocken an (immerhin gab’s ab und zu auch einmal ein Fläschchen Wein zum Abendbrot). Nein – „Nicht jugendfrei“ klang da schon besser. Und es kam der Realität auch näher.

Nach den ersten drei, vier Geschichten vernahm ich Frau von Bödefelds Jauchzen förmlich aus dem E-Mail-Postfach: „Mehr! Schick‘ mir mehr! Wie geht es weiter?“

SO ging es weiter; Seite um Seite. Irgendwann kam dann die Idee (wer es zuerst sagte, weiß ich nicht mehr), ich könne diese Geschichten vielleicht veröffentlichen. Einige Lesungen auf einer Offenen Bühne, die gut ankamen, machten mir Mut. Und nachdem mir mein Verleger vom OsirisDruck in Leipzig „Sie MÜSSEN das veröffentlichen!“ – die letzten Zweifel genommen hatte, ging es ans Buch-Machen.

mV: Okay, der Weg zum Buch war also eher Zufall? Was war die endgültige Motivation, Deine Geschichte (oder vielmehr Deine Geschichten) zu Papier zu bringen? Und wie sehr ist das Ganze Autobiographisch?

Johannes Feldmann: Also - Zufall vielleicht weniger. Es hat schon ziemlich Spaß gemacht, zu schreiben. Immerhin wartete Frau von Bödefeld ja gespannt auf die Fortsetzung...

Im Ernst: Ich hatte schon eine Motivation, meine Geschichte nicht für den Papierkorb zu schreiben. (vor ca. 15 Jahren hat man mir einmal das Werk von 26 Jahren Arbeit, 13 handschriftliche Bände, "einfach so" vernichtet. Vielleicht trug das auch dazu bei, am Ende "etwas in den Händen zu halten".

Zum Thema Autobiografie: Alle Personen und Orte im Buch sind - eben NICHT frei erfunden, sondern durchaus real. Auch wenn einige Namen (auf Wunsch eben der Personen) verändert wurden und die ein oder andere Passage literarisch - nun, sagen wir, etwas frei bearbeitet wurde. Aber reine Fiktion ist es nicht. 

mV: Welcher Art Leser könnte Dein Buch gefallen? Und wie sind die bisherigen Reaktionen auf Deine Veröffentlichung? Vor allem: Wie würdest Du den Inhalt beschreiben?

Johannes Feldmann: Welche Art Leser - ich denke, da sind zunächst einmal die, deren Erfahrungen ähnlich sind,die in Wohngemeinschaften gelebt und ihr BWL-Studium nicht in 4 1/2 Semestern absolviert haben. Die ebenfalls in altersschwachen Autos weite Reisen unternahmen. Vor kurzem sagte mir ein Kollege, dem ich das Buch gegeben hatte: "Ja, da war ich auch, genau auf diesem Campingplatz unter Pinien!". Auf der anderen Seite habe ich bei Lesungen die Eerfahrung gemacht, dass auch weitaus jüngere Leute gespannt zuhören und - "Nein, nicht aufhören! Lies weiter!" - neugierig sind. Dann: Die Sprache spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Jemand, der Spaß am Spiel mit Sprache hat, wird bestimmt nicht enttäuscht. "Man will immer wissen, wie es weitergeht", sagte mir jemand. Fein! Dann lies weiter!  :-)

Zum Inhalt - man könnte das Buch eine Reisebeschreibung nennen. Oder ein (Auto-)Biografie. Oder vielleicht auch einen Liebesroman - NEIN! Das ist es mit Sicherheit nicht, obwohl eine Menge "Zwischenmenschlicher Beziehungen" darin vorkommen. Ich glaube, es ist von allem etwas. Und am Ende wird das Buch - sentimental? - nein. Es gibt eine Art Resumee, aber ein wirkliches, echtes. Eine der Protagonistinnen, die in Leipzig bei der ersten Lesung dabei war (sie war über 500 km dafür gefahren!), sagte mir hinterher, wie gerührt sie sei. Ich war es dann dann auch. Immerhin sind die beschriebenen Geschichten keine reinen Erfindungen.

mV: Du warst auf der Leipziger Buchmesse und hast Lesungen aus Deinem Buch gehalten. Wie waren die Reaktionen des Publikums? Wie viele Menschen hörten gespannt und auch amüsiert zu?

Johannes Feldmann: Also - "Lesungen" greift etwas hoch. Jeder Autor, der las, hatte eine halbe Stunde für seinen Vortrag. Und das war genau die richtige Länge, um seine Werk vorzustellen. Das Publikum: Ich schätze, dass im Laufe meiner Lesung so ca. 40 Personen vor mir saßen. Immerhin war es kein geschlossener Raum, sondern ein offener Bereich in einer großen Buchhandlung. Im Laufe der Lesung kamen immer wieder Zuhörer dazu, die auch nicht mehr weggingen. Ich hatte schon den Eindruck, dass sie gespannt zuhörten und - ja, auch amüsiert waren. Immerhin sind etliche Passagen sehr witzig. Auch wenn sie NICHT nicht jugendfrei sind. :-) (Leider konnte ich aus organisatorischen Gründen die musikalischen Einlagen, die ich bei Lesungen an anderen Orten einbaue, nicht vortragen). Am Schluss gab es noch ein kurzes Interview mit dem Moderator. Insgesamt war es eine fantastische Erfahrung!

mV:  Wie kann man Dich buchen für Lesungen? Und welche Termine für Lesungen stehen noch an?

Johannes Feldmann: Wenn das jemand möchte – Liebend gerne! Anschreiben, anrufen, anfragen. Derzeit habe ich noch etliche Adressen von Kneipen, alternativen Restaurants und kleineren Örtlichkeiten, die Interesse gezeigt haben. Am liebsten spreche ich mit den Veranstaltern persönlich, damit alles „in den Kasten passt“.

mV: Johannes, vielen Dank, das Du Dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Dir weiterhin viel Erfolg und wir freuen uns schon jetzt auf Dein nächstes Buch!

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