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Foto © Stadt Viersen

Kunstbahnhof Viersen

Großformatige Hinterglasarbeiten für den Personentunnel

Fünf großformatige Kunstwerke schmücken den Personentunnel des Viersener Bahnhofs. Möglich wurde das durch die engagierte Zusammenarbeit der beteiligten Künstler, der Stadt Viersen, eine Bundestagsabgeordneten und der Deutschen Bahn. Die Arbeiten sind nur der erste Schritt, es fehlt nicht an weiteren Ideen.

Emil Schult ist als Künstler viel in der Welt unterwegs. Zuhause ist das Multitalent in Viersen. Der Zustand des Personentunnels im Viersener Bahnhof fiel ihm ins Auge, weil er häufig seine Assistentin dort abholte. Statt sich heimlich oder öffentlich zu ärgern und auf die vermeintlich oder tatsächlich Verantwortlichen zu schimpfen, entwickelte er eine Idee. Sein Ziel: Viersen soll ein schönes Entrée bekommen, die Menschen sollen sich auch in diesem Teil des Bahnhofs wohlfühlen.

Mit seiner Idee wandte er sich an Bürgermeisterin Sabine Anemüller. Die nahm das bürgerschaftliche Engagement zur Verbesserung des Dauerproblems Personentunnel gerne auf. Da die Stadt nicht Eigentümerin des Tunnels ist, mussten ein Weg gefunden werden. Diesen Weg ebnete der SPD-Bundestagsabgeordnete Udo Schiefner. Der sitzt im Bundestag im Verkehrsausschuss und verfügt daher über die erforderlichen Kontakte.

Schiefner sagte bei der Vorstellung der Kunstwerke im Viersener Bahnhof, es sei klar, dass eine möglicherweise Millionen Euro kostende aufwendige Komplettsanierung des Tunnels nicht auf der Tagesordnung stehe. "Mit der sehr kreativen Idee der Bürgermeisterin und des Künstlers Emil Schult war aber wenigstens eine optische Verschönerung möglich." Er könne sich vorstellen, dass das Vorgehen am Viersener Bahnhof ein Vorbild für weiteres Engagement der Deutschen Bahn sein könne.

So sah es auch Werner Lübberink, DB-Chef in Nordrhein-Westfalen. Er freue sich über den unkonventionellen Weg und danke allen Beteiligten für ihre Initiative. Der neue Weg dauerte einige Zeit und viele Gespräche, am Ende stellte die DB 40.000 Euro zur Verfügung.

Emil Schult dankte seinerseits für die Ausdauer aller auf dem "langen Weg". Dank seiner Begeisterung für die Idee holte er das Duo "Kunstraub" mit Jerome Stöhr und Norman Schüler ins Boot. Sala Lieber sowie Isabel und Daniel Schubert steuerten ebenfalls eine Arbeit bei. "Für wenig Geld, aber mit Liebe" seien Werke entstanden, die sich jedes auf seine Art mit Viersen, dem Niederrhein oder dem Bahnhof künstlerisch auseinandersetzen.

Bereits während des Hängens der Bilder habe er viel positive Resonanz von den Menschen erfahren, die durch den Personentunnel gingen, berichtet Schult. Bürgermeisterin Anemüller sagte, sie hoffe, dass die künstlerische Verschönerung des Bahnhofes gewertschätzt und angenommen werde.

Eine besondere Wertschätzung erfuhr die Idee Emil Schults noch während des Vorstellungstermins. Werner Lübberink sagte nicht nur zu, dass man weiter im Gespräch bleibe über zusätzliche Veränderungen und Verbesserungen im Tunnel. Von Emil Schult auf Lücken neben einem Kunstwerk und die Kosten für deren Füllung angesprochen, sagte der Bahnvertreter: "Machen Sie mal."

Das wird Schult. Genauso wie er für die Gestaltung des Tunnels noch mehr Ideen hat. Mehrsprachige, künstlerisch gestaltete Hinweistafeln sind ein Beispiel, aber noch lange nicht alles. Pläne für den Süchtelner Busbahnhof deutete er an, ohne zu viel verraten zu wollen. Auch für das Umfeld des Viersener Bahnhofs hat er Vorschläge.

Vielleicht passiere es eines Tages, dass Menschen extra nach Viersen kommen, um sich den "Kunstbahnhof" anzuschauen. Viersen habe viel Potenzial und müsse sich nicht verstecken. Der Unterstützung nicht nur der Bürgermeisterin, sondern auch aus dem Kreis seiner Kolleginnen und Kollegen ist er sich dabei sicher: "Wir", sagte er mit Blick in die Künstlerrunde, "wollen zeigen, was wir können."