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FIGHT CLUB 2 – Die Fortsetzung des Kultfilms als Comic!

„Regel Nummer 1: Spreche niemals über den Fight Club“ – Wer kennt nicht diese Zeile aus dem wohl mutigsten Film der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts? Originalautor Chuck Palahniuk lieferte damals die Buchvorlage des gleichnamigen Films. 20 Jahre später gibt es nun endlich eine Fortsetzung und wir erfahren, wie es mit dem Erzähler, Marla Singer & Tyler Durden weiterging.

Autor Chuck Palahniuk entschied sich dazu, die Fortsetzung als Comic zu realisieren. Die Handlung: Der damalige „Erzähler“ aus dem ersten Teil heißt eigentlich Sebastian. Er ist seit zehn Jahren mit Marla Singer verheiratet und hat mit ihr einen neunjährigen Sohn. Sebastian nimmt täglich einen bunten Cocktail aus Pillen, damit seine schizophrene Persönlichkeit unterdrückt wird. Marla, gelangweilt von ihrem nun viel zu gewöhnlichen Ehemann, fängt an, die Dosierung seiner Medikamente zu manipulieren. Dadurch tritt Tyler Durden wieder auf den Plan und sein „Projekt Chaos“ ist ja auch noch nicht fertig …

FIGHT CLUB schlug damals wie eine Bombe ein und sicherte sich einen filmischen Stellenwert, von dem viele andere Filme weit, weit entfernt sind. Die Romanvorlage wurde mit einer optischen Wildheit auf die Kinoleinwand gebracht, dass manch Zuschauer von der visuellen Wucht fast aus dem Kinosessel geschleudert wurde. Zusätzlich gab es unzählige zynische Anspielungen auf den Zeitgeist der 90er Jahre (welche durchaus auch heute noch ihre Gültigkeit besitzen) und genug Gesellschaftskritik, das man darüber allein schon ein Buch schreiben könnte. Chuck Palahniuk, selbst großer Fan des Mediums Comic, lieferte für FIGHT CLUB 2 die Geschichte und Cameron Stewart sorgte für die zeichnerische Umsetzung.

Als ich meine Ausgabe von Band 1 (FIGHT CLUB 2 erscheint in zwei Bänden) auspackte, fiel mir als erstes die gute Qualität auf. Gebundenes Hardcover mit Schutzumschlag, herrlich dickes Papier, saubere Druckqualität. Mit Beginn der ersten Seite lies mich das Buch keine Sekunde mehr los, denn auch wenn ich als Fan des Films natürlich um die Schizophrenie des Hauptcharakters weiß, haben sich doch einige Dinge grundlegend geändert. Der anarchistische, unberechenbare und auch poetische Außenseiter aus dem Film ist im Comic zu einem angepassten, durch Medikation ruhig gestellten Jammerlappen geworden. So langweilig und berechenbar, das man Marla fast verstehen kann, wenn sie seine Medikamente unbemerkt durch Aspirin ersetzt, um ihre Ehe wieder in Schwung zu bringen. Das dies allerdings nicht ohne Folgen bleiben wird, sollte dem Leser klar sein …

Es gibt viele Anspielungen auf den ersten Teil, dies allerdings in einer Dosis, welche den Lesefluss nicht stört. Ich persönlich hatte eher das Gefühl, viele alte Bekannte wieder zu treffen und musste hin und wieder schmunzeln, wenn man sah, was aus ihnen geworden ist. Die surreale, psychotische Wirkung des Films funktioniert auch in diesem Comic hervorragend durch gewitzten Einsatz von Stilmitteln. So überdecken zum Beispiel auf manchen Seiten sehr plastisch gezeichnete Tabletten Textstellen, um die betäubte Sicht von Sebastian dem Leser nahezubringen. Im Verlauf der Handlung werden die Bilder düsterer, da Tyler Durden auf den Plan tritt. Rot wird es allerdings in explodierenden Farben, wenn der Fight Club besucht wird …

Im Bereich Comic wird FIGHT CLUB 2 sicherlich eine bemerkenswerte Ausnahmeerscheinung bleiben und das hat dieser Comic mit dem Film gemeinsam.

Empfehlenswert? Diese Frage kann man mit gutem Gewissen laut mit JA beantworten. Wir von MeinViersen.de raten zum Kauf beim Händler Eures Vertrauens und weisen auf die Branchenliste unserer Seite hin!

Text: Stefan Weimbs
Bild: Splitter Verlag

#Literatur

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